Wahlen Grenchen: Elias Vogt im Gespräch
7 Fragen an Elias Vogt
Wahlen Grenchen: Elias Vogt
August 16, 2026 - Lesezeit: 5 Minuten
Nach der erfolgreichen Wahlbeschwerde tritt Elias Vogt nun selbst erneut für das Stadtpräsidium von Grenchen an. Der parteilose Unternehmer will die Stadt finanziell wieder auf Kurs bringen, das Zentrum beleben und den Dialog mit Bevölkerung und Wirtschaft stärken. Im Interview erklärt Vogt, weshalb er seine Kandidatur ursprünglich ausgeschlossen hatte, warum er trotz Kritik an seinem Vorgehen antritt und was er als Stadtpräsident konkret verändern will.
Solothurner Tagblatt: Sie haben die Wiederholung der Wahl mit Ihrer Beschwerde erreicht und treten nun selbst an. War das von Anfang an Ihr politisches Ziel?
Elias Vogt: Ich wünsche mir ein funktionierendes und gesundes Grenchen. Das Bundesgericht ging mit mir einig, dass das Vertrauen in die Grenchner Politik & Behörden in schwerwiegender Weise erschüttert wurde. Deshalb mussten die Wahlen wiederholt werden. Meine Wahlbeschwerde hat jedoch nichts mit meiner Kandidatur zu tun. Noch vor wenigen Wochen schloss ich eine Kandidatur aus. Jetzt sehe ich, dass es jemanden braucht, der Grenchen wieder positiv in die Schlagzeilen bringt. Die meisten Politiker sind bisher in Grenchen gescheitert.
Solothurner Tagblatt: Warum wollen Sie jetzt Stadtpräsident von Grenchen werden – was treibt Sie persönlich an?
Elias Vogt: Grenchen hat über 100 Mio. CHF Schulden. Innert kurzer Zeit sind die Schulden massiv gestiegen. Die Politiker haben die Finanzen nicht mehr im Griff. Ausserdem sterben in Grenchen die Läden, und mit dem Verlust des EPA-Parkplatzes gehen gerade 40 Parkplätze mitten im Zentrum verloren. Die Stadt hat diesen Parkplatz der Regiobank verkauft, ohne den Erhalt der Parkplätze zu fordern. Man könnte den Eindruck bekommen, dass die Politiker die Stadt ja fast schon aktiv in den Abgrund stürzen. Es braucht endlich jemand im Stadtpräsidium, der Gegensteuer gibt.
Solothurner Tagblatt: Ihre Kritiker sagen: Sie haben eine Wahl angefochten und profitieren nun selbst von der Neuwahl. Ist das nicht ein Interessenkonflikt?
Elias Vogt: Nein. Ich bin konsequent und setze mich ein für gesunde Finanzen und eine funktionierende Demokratie. Es war keinerlei Absicht von mir, wegen meiner eigenen Kandidatur die Wiederholung der Wahl zu verlangen. Sonst hätte ich 2025 schon selber kandidiert.
Solothurner Tagblatt: Sie sind bereits 2017 für das Stadtpräsidium angetreten. Warum sollte es diesmal für Sie reichen?
Elias Vogt: Einerseits habe ich deutlich mehr Lebenserfahrung als noch vor neun Jahren und sehe mich als Unternehmer mit 30 Angestellten in der Lage, die Verantwortung in der Stadt Grenchen zu übernehmen. Andererseits sind die Probleme in der Stadt deutlicher wahrnehmbar. Das Schlimmste ist jedoch, dass die lokalen Medien die Situation verharmlosen und die Politkreise mit allen Mitteln verteidigen.
Solothurner Tagblatt: Was würden Sie als Stadtpräsident konkret anders machen?
Elias Vogt: Ich würde sofort den Fokus auf den Schuldenabbau legen, mich um die Rettung von Parkplätzen kümmern und die Belebung des Stadtzentrums in Angriff nehmen. Die Schulden kann man nur abbauen, wenn man unabhängig ist und keinen Interessensgruppen Geschenke machen muss. Es braucht dringend einen Austausch mit anderen Gemeinden, welche erfolgreich Schulden abbauen. Die Parkplätze kann man retten, indem man auf Grundstückseigentümer aktiv zugeht und in Dialog tritt. Das Stadtzentrum kann man beleben, indem man auf Social Media, in Zeitungen und in Fachzeitungen Inserate schaltet und aufruft, in Grenchen innovativ zu werden sowie das lokale Gewerbe zu unterstützen. Bisher hat man einfach nur gehofft und geschwiegen. Es braucht aktive Kommunikation der Stadt auf allen Kanälen.
Solothurner Tagblatt: Grenchen ist politisch gespalten. Wie wollen Sie auch jene überzeugen, die Ihre Wahlbeschwerde und Ihr Vorgehen kritisch sehen?
Elias Vogt: Es ist meine Stärke, zwischen verschiedenen Positionen zu vermitteln. Ich bin eben kein Politiker, sondern Dienstleister aus der Privatwirtschaft. Ich bin unabhängig und parteilos. Mir ist Authentizität und Klarheit wichtig. Ich bin daher sicher, dass man sich im Wahlkampf überzeugen kann, dass es mit meiner Wahl gelingen würde, die Gräben in der Stadt Grenchen zuzuschütten. Mir geht es um die Sache und um Lösungen, welche möglichst vielen passen. Allen kann man es nicht recht machen, aber man kann alle miteinbeziehen.
Solothurner Tagblatt: Was ist Ihr wichtigstes konkretes Versprechen an die Grenchnerinnen und Grenchner – und woran sollen sie Sie nach vier Jahren messen?
Elias Vogt: Man wird mich daran messen können, dass die Stadt Grenchen die Kommunikation mit der Bevölkerung und der Wirtschaft sicht- und spürbar verbessert. Mit Kommunikation kann man so viele Verbesserungen erreichen: Kommunikation schafft echte Innovation, gelebte Transparenz und aktive Mitsprache für alle.

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