Brandermittlungen belasten Walliser Kantonspolizei

Crans-Montana-Katastrophe führt zu mehr Drogenhandel im Wallis

August 11, 2026 - Lesezeit: 2 Minuten

Sieben Monate nach dem verheerenden Brand in Crans-Montana bleibt die Walliser Kantonspolizei stark gefordert. Die Ermittlungen zur Katastrophe mit 41 Todesopfern und 115 Verletzten binden weiterhin erhebliche personelle Ressourcen.

Polizeikommandant Frédéric Gisler erklärte gegenüber RTS, ein großer Teil der Arbeit bestehe nach wie vor aus Beweissicherung, der Auswertung digitaler Daten und Befragungen im Auftrag der Staatsanwaltschaft. Die Belastung habe dazu geführt, daß die Polizei ihre verfügbaren Kräfte neu ordnen müsse.

Darunter leide auch die Polizeipräsenz im Alltag, so Gisler. Bestimmte präventive Kontrollen und Interventionen auf den Straßen seien zurückgefahren worden. Nach Einschätzung Gislers zeigten sich die Folgen unter anderem in einer stärkeren Präsenz des Drogenhandels im öffentlichen Raum und mehr Gewalt. Besonders an Bahnhöfen sei die Entwicklung im Frühjahr aufgefallen.

Auch die Zahl der Verkehrsunfälle habe zugenommen, wobei es sich meist nicht um schwere Unfälle gehandelt habe.

Angespannte Sicherheitslage im Wallis

Gleichzeitig ist die Sicherheitslage im Wallis laut Gisler auch unabhängig von den Folgen des Brandes angespannt. Die Zahl der Verstöße gegen das Strafgesetzbuch sei im vergangenen Jahr um vier Prozent gestiegen. Besonders der Drogenhandel bereite der Polizei Sorgen. Zudem hätten die Raubüberfälle deutlich zugenommen.

Neben der Drogenkriminalität beschäftigen die Kantonspolizei weiterhin häusliche Gewalt und Sexualdelikte. Angesichts begrenzter personeller Mittel sieht Gisler eine zentrale Herausforderung darin, die verschiedenen Aufgaben der Polizei auch künftig zuverlässig abzudecken. Entscheidend sei deshalb, die vorhandenen Ressourcen möglichst gezielt einzusetzen.

„Meine Verantwortung ist es, mit dem verfügbaren Personal stets das Beste herauszuholen", so Gisler gegenüber RTS.

(pd, rm)

 

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