Gewerkschaft Unia Region Biel-Seeland/Solothurn: Entlassungen trotz Millionendividenden

Osterwalder Technology: Nach der Übernahme droht die Aushöhlung eines Traditionsbetriebs

August 20, 2026 - Lesezeit: 2 Minuten

Die Osterwalder Technology AG in Lyss hat die Streichung von bis zu 35 der insgesamt 64 Stellen am Standort Lyss angekündigt. Dies, obwohl die Tessenderlo Group bei der Übernahme des Unternehmens im Jahr 2025 die Weiterentwicklung von Osterwalder versprochen und ein langfristiges Bekenntnis zum Standort abgegeben hatte.

Die Gewerkschaft Unia kritisiert die Abbaupläne scharf und fordert die Konzernleitung auf, Entlassungen zu verhindern und Alternativen ernsthaft zu prüfen.

Der beabsichtigte Stellenabbau treffe die Beschäftigten eines Traditionsunternehmens, das erst im Juni 2025 von der belgischen Tessenderlo Group übernommen wurde. Damals versprachen die Verantwortlichen, das Unternehmen gemeinsam weiterzuentwickeln und dessen Zukunft zu sichern. Umso unverständlicher ist es, daß bereits ein Jahr später ein massiver Stellenabbau angekündigt wird, der das Fachwissen in der Produktion sowie Forschung und Entwicklung des Unternehmens aushöhlen würde. Die Unia-Kritik im Einzelnen (kursiv): 

Millionen für Aktionäre

Der Entscheid wird hauptsächlich mit der finanziellen Situation der Firma sowie der aktuellen schwächelnden Auftragslage begründet. Gleichzeitig verfügte die neue Muttergesellschaft Tessenderlo Group Ende 2025 über liquide Mittel von rund 158 Millionen Euro und schüttete 82 Millionen Euro an ihre Aktionäre aus.

Es braucht ein Bekenntnis zum Standort

Sören Niemann, Regionalleiter der Unia Biel-Seeland/Solothurn, sagt: „Wer Millionen an Aktionäre ausschüttet, kann nicht gleichzeitig behaupten, Entlassungen seien alternativlos. Der Konzern muß Verantwortung für seine Beschäftigten übernehmen und sich klar zum Standort Lyss und dem Erhalt der Arbeitsplätze bekennen.“

Unia vom Personal mandatiert

Die Personalkommission von Osterwalder Technology hat angesichts des anstehenden Konsultationsverfahrens der Gewerkschaft Unia ein Mandat zur Unterstützung und Begleitung der Personalvertretung erteilt. Die Unia fordert die Konzernleitung auf, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten, sämtliche Alternativen zu Entlassungen ernsthaft zu prüfen und die Beschäftigten und ihre Vertretungen umfassend in den Konsultationsprozeß einzubeziehen. Die Unia unterstützt die Personalkommission und Belegschaft aktiv in diesem Prozeß und steht ihren Mitgliedern in dieser schwierigen Situation zur Seite.

(pd, rm)

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