Machtkampf in Grenchen
Ein Hauen und Stechen
Juli 1, 2026 - Lesezeit: 2 Minuten
Im Grenchen tobt ein hochdramatischer, machiavellistischer Machtkampf um das Stadtpräsidium, der von fragwürdigen Manövern, Erpressung und parteiübergreifenden Intrigen geprägt ist – weit dramatischer als in „Denver und Dallas“, so berichtet das Portal Inside Paradeplatz.
SP-Nationalrätin Farah Rumy (zukünftige Nationalratspräsidentin) hat ihre Parteikollegin Angela Kummer massiv unter Druck gesetzt und zum sofortigen Rückzug aus der Kandidatur für das Stadtpräsidium gezwungen, indem sie mit der Veröffentlichung privater Probleme von Kummers Ehemann drohte.
Die eigentliche Schlüsselfigur soll jedoch Ivo von Büren (SVP-Fraktionschef und lokaler Unternehmer) sein, der als „wahrer Herrscher“ Grenchens gilt und gezielt Einfluß auf die Exekutive nimmt. Er soll u. a. Kummers Vater als Gegenkandidaten instrumentalisiert haben, um Angela Kummer zu schaden, und traf sich offenbar auch mit Rumy.
Die FDP-Stadtpräsidentin Susanne Sahli wurde zwischenzeitlich vom Bundesgericht abgesetzt, weil die Wahl möglicherweise manipuliert bzw. fehlerhaft war. Nun müssen die Wahlen wiederholt werden.
Der Artikel zeichnet das Bild eines kleinstädtischen Polit-Zoffs voller Hinterzimmer-Vereinbarungen, Verrat innerhalb der SP und strategischer Einmischung der SVP, bei dem persönliche Zerstörung und Machtkalkül vor dem Wohl der Partei oder der Stadt stehen. Rumy und von Büren werden als zentrale Strippenzieher dargestellt.
Lukas Hässig schreibt dazu:
"Rumy ist zentral in der Grenchner Posse, welche die ganze Solothurner Region seit Wochen in Atem hält. Die Frau aus Sri Lanka boxte nämlich eine Parteikollegin raus. Angela Kummer, eine angesehende, langjährige Politikerin der Sozis in Grenchen und ehemalige Bibliotheks-Leiterin. Kummer kandidierte 2025 fürs Stadtpräsidium, mit grosser Hoffnung, den Sieg zu erringen. Bis zum Pfingst-Wochenende. Da stellte Rumy ihre Kollegin Kummer vor die Wahl: Entweder verzichtest Du sofort, oder dann können wir für nichts garantieren."
Dabei sind die beiden eigentlich Parteikolleginnen, wollten sogar gemeinsam nach Bern. Rumy bestreitet gegenüber dem Portal IP die Vorwürfe.
Weiterführendes
Beitrag auf IP: https://insideparadeplatz.ch/2026/07/01/denver-und-dallas-im-beschaulichen-grenchen/
Meldung zum Amtsverlust von Sahli: https://solothurner-tagblatt.ch/susanne-sahli-verliert-amt-per-sofort
(rm)
(Bild: SP Grenchen)

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