Swatch wächst kräftig

Weltweit Marktanteile gewonnen

August 20, 2026 - Lesezeit: 4 Minuten

Swatch hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich an Schwung gewonnen. Der Bieler Uhrenkonzern steigerte seinen Umsatz zu konstanten Wechselkursen um 8,5 Prozent auf 3,12 Milliarden Franken. Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft im zweiten Quartal. Im Mai und Juni legten die Verkäufe währungsbereinigt um 13,1 Prozent zu.

Damit gewann Swatch nach eigenen Angaben weltweit deutlich Marktanteile. Zum Vergleich: Die Schweizer Uhrenexporte lagen nach sechs Monaten 0,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Das breite Markenangebot, neue Produkte und eine höhere Produktivität im eigenen Detailhandel hätten die Entwicklung unterstützt.

USA, Indien und Saudi-Arabien mit starkem Wachstum

Das Wachstum zog sich durch sämtliche Regionen. Besonders stark entwickelten sich die USA mit einem Plus von 27 Prozent. In Europa legten die Verkäufe in Spanien um 28 Prozent und in Italien um 12 Prozent zu. Japan kam auf 20 Prozent, Südkorea auf 12 Prozent und Australien auf 5 Prozent.

Noch kräftiger war das Wachstum in ausgewählten Zukunftsmärkten. In Indien stiegen die Verkäufe um 38 Prozent, in Saudi-Arabien um 41 Prozent und in Mexiko um 26 Prozent. In China, Hongkong und Macau wuchs der Umsatz in den eigenen Geschäften um 9 Prozent. Das Geschäft mit unabhängigen Händlern blieb dagegen verhalten.

Belastet wurde das Ergebnis durch die anhaltende Instabilität im Nahen Osten. Davon betroffen sind laut Swatch mehr als 200 Verkaufsstellen in der Region.

Omega, Longines und Tissot stark

Bei den Marken zeigte sich ebenfalls eine positive Entwicklung. Breguet erzielte trotz des schwierigen Umfelds für Luxusuhren ein starkes Halbjahr. Die Marke profitierte unter anderem von neuen Modellen anlässlich ihres 250-Jahr-Jubiläums.

Omega steigerte den Umsatz im eigenen Detailhandel um 20 Prozent. Inzwischen werden 42 Prozent des Omega-Umsatzes über eigene Geschäfte erzielt. Zum Wachstum trugen auch die Werbeaktivitäten rund um die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina bei, bei denen Omega als offizieller Zeitnehmer im Einsatz war.

Besonders erfreulich entwickelte sich das mittlere und untere Preissegment. Longines, Tissot und Hamilton verzeichneten zweistellige Zuwachsraten. Diese Marken hätten beträchtliche Marktanteile gewonnen, schreibt Swatch.

Für zusätzlichen Schub sorgte die Zusammenarbeit von Swatch und Audemars Piguet. Die am 16. Mai lancierte «Royal Pop» stiess weltweit auf eine enorme Nachfrage. Die Kampagne erreichte laut Swatch in kurzer Zeit mehr als 25 Milliarden Aufrufe in den sozialen Medien. Davon profitierten auch die Kooperationen MoonSwatch und Scuba Fifty Fathoms.

Starker Franken belastet Gewinn

Beim Gewinn konnte Swatch allerdings nicht mit dem Umsatzwachstum mithalten. Zu aktuellen Wechselkursen erhöhte sich der Umsatz lediglich um 2 Prozent. Negative Währungseffekte schmälerten den Umsatz um rund 200 Millionen Franken.

Das Betriebsergebnis sank von 68 auf 52 Millionen Franken. Die operative Marge fiel von 2,2 auf 1,7 Prozent. Unter dem Strich blieb ein Konzerngewinn von 16 Millionen Franken, nach 17 Millionen im Vorjahreszeitraum.

Belastet wird die Rentabilität weiterhin durch die Produktion. Swatch hält bewusst an seinen Produktionskapazitäten und Arbeitsplätzen fest und verzichtete auf Kurzarbeit. Mit der anziehenden Nachfrage verbessert sich nun allerdings die Auslastung der Werke.

Zahlungsstrom fast 70 Prozent höher

Finanziell bleibt Swatch solide aufgestellt. Der operative Zahlungsstrom stieg um 68,9 Prozent auf 304 Millionen Franken. Die Nettoliquidität betrug Ende Juni 1,125 Milliarden Franken.

Das Eigenkapital belief sich auf 11,5 Milliarden Franken. Die Eigenkapitalquote lag bei 85,3 Prozent. Weltweit beschäftigte Swatch Ende Juni 31'331 Personen. Das sind 1,5 Prozent weniger als zu Jahresbeginn.

Zuversicht für die zweite Jahreshälfte

Für die kommenden Monate gibt sich Swatch zuversichtlich. Die Beschleunigung im Mai und Juni habe sich auch in den ersten Juliwochen bestätigt. Der Konzern erwartet deshalb ein deutliches Umsatzwachstum im zweiten Halbjahr.

Dabei könnte sich auch die Gewinnsituation verbessern. Die bewusst aufrechterhaltenen Produktionskapazitäten erlauben es Swatch, bei steigender Nachfrage rasch zusätzliche Mengen herzustellen.

Für den Bieler Uhrenkonzern zeichnet sich damit ein deutlich stärkeres zweites Halbjahr ab. Entscheidend wird sein, ob die kräftige Nachfrage anhält und sich das Umsatzwachstum angesichts der Währungseffekte und der Produktionskosten tatsächlich in höheren Margen niederschlägt.

(pd, rm)
(Bild: Swatch) 

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