Über 72 % aller kaputten Gegenstände lassen sich reparieren
Reparieren statt wegwerfen
November 6, 2026 - Lesezeit: 2 Minuten
Im Oktober, dem schweizweiten Reparaturmonat, wurde landesweit in den Repair Cafés noch fleissiger genäht, geschraubt und geflickt als sonst. Über 2'000 kaputte Objekte landeten alleine in der Deutschschweiz auf den Werkbänken der freiwilligen Reparatur-Expert:innen. Fast 1'500 davon konnten erfolgreich repariert werden – rund 200 mehr als im Oktober des Vorjahres. Diese überwältigende Anzahl an reparierten Gegenständen zeigt, dass Reparieren stark gefragt ist. Der Oktober wird traditionsgemäss zum Reparaturmonat. Am 17. Oktober fand zudem der internationale Reparaturtag statt. Ende des Monats hat der Konsumentenschutz Bilanz gezogen. Das Ergebnis ist beeindruckend und zeigt, dass mit etwas Know-how nicht nur die meisten Dinge problemlos wieder instand gesetzt werden können, sondern auch, dass Konsument:innen ihre Dinge reparieren wollen.
Fast alles lässt sich reparieren
Die Bilanz des diesjährigen Reparaturmonats kann sich sehen lassen. Chantal Sempach, Leiterin Nachhaltigkeit des Konsumentenschutzes und Koordinatorin der Repair-Café-Bewegung, ist sehr zufrieden: «2'074 Gegenstände wurden letzten Monat in eines der zahlreichen Repair Cafés gebracht. Davon wurden 1'496 erfolgreich repariert. Das sind rund 200 mehr als im Oktober des Vorjahres. Insgesamt konnten über 72 % aller kaputten Gegenstände instandgesetzt werden.» Darunter zahlreiche Handys, Tablets sowie Textilien und Leder. Aber auch viele Haushaltsgeräte wurden repariert, darunter beispielsweise 102 Staubsauger, 87 Kaffeemaschinen und 21 Haarföhne. Auch einige persönliche Objekte wurden zur Reparatur an die Repair-Café-Events gebracht, etwa eine Murmelbahn, eine Holzmöwe, verschiedene Plüschtiere und eine Brunnenpumpe.
Bewegung gegen Wegwerfgesellschaft trotzt politischem Willen
Repair Cafés sind Veranstaltungen, an denen Besuchende kaputte Objekte mit Hilfe von ehrenamtlichen Reparaturprofis kostenlos reparieren lassen können. Chantal Sempach, ist überzeugt: «Die starke Bilanz des diesjährigen Reparaturmonats ist nicht nur auf die Hilfe von zahlreichen ehrenamtlichen Reparaturprofis zurückzuführen, sondern auch darauf, dass sich so viele Konsument:innen gegen die Wegwerfgesellschaft entschieden und einen Reparaturanlass besucht haben.» Würden die Verfügbarkeit von Ersatzteilen verbessert und Reparaturen wirtschaftlich attraktiver gestaltet werden, wäre das Reparieren nicht länger allein auf das Engagement einer freiwilligen Bewegung angewiesen, sondern könnte wieder zu einer Selbstverständlichkeit werden. Eine im Sommer eingereichte Motion von Nadine Masshardt, Nationalrätin und Präsidentin des Konsumentenschutzes, fordert genau das. Die EU-Reparaturrichtlinien, also ein Recht auf Reparatur, die Verfügbarkeit von Ersatzteilen und Informationen zu Reparaturdienstleistungen sollen in der Schweiz übernommen werden. Chantal Sempach ergänzt dazu: «Solange sich der Bundesrat weiterhin gegen das Recht auf Reparatur stellt, sind die Repair Cafés ein wichtiger Pfeiler im Kampf gegen das Wegwerfen und den Ressourcenverschleiss.» Das ganze Jahr über finden schweizweit Repair-Café-Events statt, an denen Konsument:innen ihre Dinge reparieren lassen können. (pd) (Graphik: Konsumentenschutz)

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